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out 30.04.2010 / amazon

Album "Rückwärts Weltrekord"

Bossa Nova? Gähn. Ist das nicht das brasilianische Ding, das schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat und bald in Rente geht? Nicht, wenn b-ebene, das sind Christian Bader und Boris Pillmann, die Bossa Nova-Funken fliegen lassen und deutsches Textgut mit brasilianischem Melodiegut zusammenbringen. Da geht die Post ab. Auch weil b-ebene das Bossa Nova Gefühl nicht als Korsett sehen, sondern als Sprungbrett, um ganz andere musikalische Höhen zu erreichen. Das Duo demonstriert dabei, dass Bossa Nova mehr ist, als nur piristische Musik. Bossa Nova ist Leidenschaft für Leichtigkeit. Und gleichzeitig würzen b-ebene die Leichtigkeit mit wilder Intensität. So wird Bossa Nova wieder brandneu und aktuell.


Dem Groove auf die Sprünge helfen


Auf ihrem Debut-Album "Rückwärts Weltrekord" nehmen sich Christian Bader und Boris Pillmann die relativ komplexen Bossa-Harmonien vor und lassen sie unaufdringlich und popig losplätschern. Wer aber genau hinhört, der entdeckt eine überraschende Finesse nach der nächsten. Mit Fug und Recht darf auch gesagt werden, dass b-ebene grooven. Grooven wie die Sau.



Etwas, was so vielen deutschen Stücken komplett abgeht. Dazu brauchen die beiden nicht mehr als Gesang, Gitarre und eine Handvoll elektronischer Beats. "Zu zweit geht alles angenehmer, schneller", beton Boris Pillmann, "deshalb wird es eine vielköpfige Bandkonstellation auch nciht geben." Diese kreative Kommunikation der kurzen Wege, ja ein fast blindes Vertrauen, führt zu einer überaus lebendigen CD.

Nicht überproduziert. Nicht zu geschliffen. Aber angefüllt mit Zeit. Zeit zum Atmen, zum sich Zurücklehnen, weit hinein in die Musik von b-ebene. Nie verkrampft fixiert auf Bossa Nova. "Warum sollten wir jedes Stück in ein enges Korsett zwängen", fragt Christian Bader, "wenn da mal musikalisch was anderes vorbei kam, wie bei "Ulla ist weg?" Viel elektronischer kommt das Stück daher und doch den Touch der leidenschaftlichen Boss-Leichtigkeit verliert es in keiner Weise.