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b52sFunplex

out 22.03.2008
Caroline/EMI

 

The B-52's "Funplex" (VÖ 20.03.2008)

Kate Pierson, Fred Schneider, Keith Strickland, Cindy Wilson aus Athens in Georgia haben bereits 1976 The B-52's gegründet. Das frühere Mitglied Rick Wilson starb mit nur 32 Jahren an Aids und Cindy verließ später die Band, um sich der Familie zu widmen. Doch nach 16 Jahren ist die legendäre Band mit einem brandheißen und tanzwütigen Studioalbum zurück, das einen neuen und doch unverkennbaren B-52s Charme versprüht. Cindy erzählt uns, was in den letzten Jahren so passiert ist:

Warum hat das so lange gedauert?

Cindy: Na ja, wir haben immerhin vier Jahre lang an diesem Album gearbeitet. Wir hatten über die ganzen Jahre hinweg ständig Auftritte, wir spielten unsere Klassiker und wir konnten davon leben. Aber uns war irgendwann klar, wenn wir weiter machen wollen, mussten wir neue Songs schreiben. Wir wollten unbedingt neues Material haben. Auch war es auch schwierig sich immer wieder zu treffen, weil wir nicht mehr alle in New York wohnen wie früher, sondern auch in Florida und ich lebe in Atlanta, wo wir uns schließlich trafen, um die neuen Songs zu schreiben, denn das liegt geographisch gesehen genau in der Mitte von uns alles. Es war nicht einfach, weil Keith etwas machen wollte, das wirklich Substanz hat. Es sollte aktuell und tanzbar sein. Er machte dann etwas, das Kate und mich inspirierte, Texte zu schreiben und so haben wir einen Song nach dem anderen gemacht. Manchmal dachte ich, es nimmt kein Ende, aber nun endlich ist das Album raus!

Auf einem der Höhepunkte der B-52's verließen Sie die Band. Wie kam das?

Cindy: Nun, ich hatte ein Kind bekommen und mein Bruder starb. Ich war in einer Krise und Keith merkte, dass ich eine Auszeit brauchte. Also verlies die Band. Aber kaum hatte ich das gemacht, hätte ich beinahe durchgedreht. Ich erkannte, dass das dümmste gewesen war, was ich hatte tun können. Ich bereute es ultimativ danach. Die Band machte das Album „Good Stuff“ und ich hatte inzwischen zwei Kinder. Aber ich ging zurück zur Band und war sehr glücklich darüber. Wir machten ein paar Songs und auch Werbespots, wir tourten mit den Pretenders und den Go Gos. Wir hatten es hinbekommen über all die Jahre ganz gut zu leben. Und dieses Album haben wir selbst von vorn bis hinten selbst finanziert. Das wäre ohne die ganze Arbeit in den letzten Jahren gar nicht zu realisieren gewesen.

Auf dem neuen Album „Funplex“ haben Sie viel mehr Elektronik verwendet als früher. Trotzdem klingen die Songs typisch nach B-52's...

Cindy: Oh ja! Jeder einzelne Journalist, mit dem wir bisher gesprochen haben, ist dieser Meinung. Wir wollten zeitgemäß sein. Einige Journalisten gaben uns gegenüber offen zu, dass sie uns völlig verreisen wollten und auch wir haben nicht wirklich großartiges von der Presse erwartet. Aber alle haben zugegeben, dass sie hin und weg waren, als sie das Album spielten. Wir hörten immer wieder, dass die Leute das Album wirklich super finden. Darüber freuen wir uns natürlich sehr!

In den 80ern machten Sie ein Video zu Ihrem Song „Monster. Leute wie Tiny Wymouth von den Talking Heads, Ru Paul und sogar Keith Haring machten mit. Wie kam es dazu?

Cindy: Keith hatte viel mit Leuten verschiedener Charity Organisationen zu tun und Kate hatte einen Freund aus der Kunstszene, den sie dort auch kennen gelernt hatte. Damals war es in New York einfach normal sich immer wieder über den Weg zu laufen und vielleicht sogar zusammen zu arbeiten. Wenn wir können, dann spielen wir auch heute noch auf Benefizveranstaltungen. Erst kürzlich nahmen wir an einer Veranstaltung teil, die Künstler unterstützt. So viele leben von der Hand im Mund und sind nicht versichert. Wir halfen mit, das Geld für Krankenversicherungen zusammen zu bekommen. Kate wird im Mai zu mir nach Atlanta kommen, wir werden ein paar Girl-Songs spielen, um Geld für eine Familie aus meiner Nachbarschaft zu sammeln, die keinerlei Unterstützung bekommt. Der Vater war depressiv und hat sich
umgebracht. Das ganze Viertel will helfen. Es ist einfach gut sich für etwas zu engagieren.

Obwohl die B-52's an derlei Aktionen immer beteiligt waren, sind sie keine politische Band. Warum ist das so?

Cindy: Wir wollen niemanden zu irgendetwas zwingen, doch wir haben uns außerhalb unserer Musik immer engagiert. Das ist genauso effektiv, oder nicht?

Was glauben Sie hat sich in den letzten Jahren in Ihrem Leben verändert?

Cindy: Na ja, es hat auch Vorteile älter zu werden. Man erlebt seine zweite Kindheit! (lacht) Wir haben sehr viel Spaß wenn wir neue Songs schreiben. Das ist mir am aller liebsten! Das erfordert so viel Teamgeist, wenn wir anfangen und Probleme lösen, der ganze Prozess. Es ist umwerfend was dabei rauskommt! Dabei passiert fast alles intuitiv. Ich denke, wir wissen inzwischen ganz genau was die B52s ausmacht und so holen wir alles aus unseren neuen Songs raus. Ich liebe es. Wir sind verrückter als wir je waren.

Was würden Sie einem jungen Musiker, einer jungen Band sagen, wenn sie diese fragen würden, wie sie sich anstellen sollen, um erfolgreich zu werden?

Cindy: Oh je, ich denke, es ist noch nie so hart gewesen wie heute ein Album zu verkaufen. Doch ich bin davon überzeugt, wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg.

Was denken Sie hat sich in der Musikindustrie am drastischsten verändert?

Cindy: Plattenfirmen kommen und gehen, die Künstler versuchen herauszufinden, wie man bei all den Veränderungen Geld machen kann.

Würden Sie etwas anders machen, wenn Sie heute von vorne anfangen können?

Cindy: Ich vermisse so sehr meinen Bruder, der 1985 an AIDS gestorben ist. Ich wünschte, er wäre noch bei uns... Sicherlich würde ich mich mehr um finanzielle Dinge der B-52's kümmern. Aber alles in allem kann ich mich glücklich schätzen, dass ich die großartige Erfahrung gemacht habe und immer noch mache, als Künstlerin und Musikerin zu leben, mein ganzes Leben lang kreativ zu sein und Menschen glücklich zu machen. Das ist wirklich wundervoll!